Typen (Modelle) für den Einsatz von Blogs in Schule und Unterricht

Diese Aufstellung stammt von Lisa Rosa und steht unter einer CC-BY 4.0 Lizenz.

  1. Lehrerblog mit Unterrichtsbezug: Die Lehrkraft betreibt ein Blog für ihre Schüler, um Material und Aufgaben zum “Abholen” bereitzustellen. Die Schüler können kommentieren.
  2. Kurs- bzw. Fachblog: Der Lehrer betreibt mit seinen Schülern zusammen ein Kurs- bzw. Fachblog. Die Schüler holen nicht nur Stoff ab und kommentieren allenfalls, sondern stellen selbst eigene Beiträge ein – z.B. ihre bearbeiteten Aufgaben. Sie können dann auch gegenseitig ihre Beiträge kommentieren.
  3. Klassenblog: Die Klasse hat ein eigenes Blog, das – v.a. in der Grundschule – anfangs von der Lehrkraft nicht nur betrieben, sondern auch befüllt wird, im Laufe der Zeit zunehmend mit Beiträgen der SchülerInnen. Später können die Schüler ihre Beiträge selbst hineinstellen – mit Klarnamen oder mit Nicknamen.
  4. Schülerblogs: Die Schüler haben eigene Blogs. Diese können evt. auch auf einem Lehrerblog verlinkt sein, das den Kurs zusammenbindet.
  5. Projektblog: Die Projektgruppe eines Lernprojekts (Typ Erkundungsprojekt) betreibt ein Blog zu ihrem Projektthema.
  6. Fachschaftsblog: Eine Fachschaft der Schule ( Kunst, Gesellschaft, Mathematik/Informatik, Deutsch) betreibt ein Blog, auf der die Fachlehrer kommunizieren – aber auch Schüler und Eltern Informationen/Material abholen können.
  7. Schülervertretungsblog: Die Schülersprecher – Schulsprecher, Stufensprecher, Klassensprecher – betreiben ein Blog für ihre Partizipationsangelegenheiten. Das Blog ist idealerweise auf der Hompage der Schule verlinkt.
  8. Schulblog: Die ganze Schulwebsite ist ein Blog und dient sowohl der internen Kommunikation der gesamten Schulcommunity als auch der Repräsentation nach außen.

Hier eine Matrix, in der die einzelnen Typen mit ihren Möglichkeiten, Voraussetzungen und Schwierigkeiten beschrieben werden.

Klassen, Seminare, Projekte, Einrichtungen

Stefanie Wössners Kursblogs

Kooperationsprojekt dreier Schulen
War on Terror

Facharbeit “Blogs im Französischunterricht”

Bericht über Medienpädagogische Projekte in der Schule

Erklär Blog

Blog zum Informatikunterricht

Das Experimente-Blog

LK Pädagogik ABi 2014

ETHIKKURS GERABRONN

Medien im Geschichtsunterricht

Projekt PostWachstum

Musik AGs an Berliner Schulen

Blaufuchs Webquest

Ein Video-Blog(?) VLOG oder ein youtube-Kanal?

Klassencommunity von René Scheppler

Schulhomepages

Gymnasium Blomberg
Kurt Körber Gymnasium
Bugenhagen Schule
Schule Ehestorfer Weg

Weiterführende Links:
Lehrer Online zu Blogs im Unterricht
Lisa Rosas Blogwerkstatt Alles rund um das Bloggen in der Schule. Theoretische Überlegungen, Konzepte, Guidelines, Beispiele.

Erst nachdenken, dann posten

Dieser Blogpost wurde von Andreas Kalt bei Blog as you teach unter einer CC BY-NC 3.0 DE Lizenz veröffentlicht. Mir hat der Beitrag so gut gefallen, dass ich ihn komplett übernommen habe und nur minimal angepasst habe.

Blogs sind eine feine Sache. Bei Anbietern wie WordPress.com kann man in wenigen Minuten ein eigenes Blog einrichten, das hübsch aussieht und in dem man ohne große Mühe seine Gedanken veröffentlichen kann. Wenn man einmal damit angefangen hat, geht das Schreiben von Beiträgen rasch von der Hand. Ein Titel – ein paar Zeilen Text – “Veröffentlichen” – fertig. Klingt einfach – und ist es auch und alle sind glücklich. Oder?

  • Nach einem Streit mit dem besten Freund ist es doch herrlich befreiend, wenn man den ganzen Frust mal aufschreiben und rausschicken kann. Danach fühlt man sich doch gleich besser.
  • Und der bescheuerte Englisch-Lehrer hat sowieso verdient, dass mal jemand öffentlich macht, wie miserabel sein Unterricht ist.
  • Und neulich habe ich endlich die neue Spielkonsole gekauft. Die Fotos vom Auspacken und den ersten Spielrunden stell ich gleich mal online …

Spätestens jetzt solltet Ihr stutzig geworden sein. Denn natürlich ist es einfach, ein Blog einzurichten und Beiträge zu posten, aber genau darin liegt auch ein Risiko. Die Einfachheit verführt unter Umständen dazu, unbedacht Dinge zu veröffentlichen, die weitreichende persönliche oder rechtliche Folgen haben. Daher ist beim Bloggen einer der wichtigsten Grundsätze:
Think before you post. — Denk nach, bevor Du etwas veröffentlichst.

  • Es ist etwas völlig anderes, in einem Streit jemandem etwas mündlich “an den Kopf zu werfen” oder es für alle Welt sichtbar im Blog zu veröffentlichen. Im zweiten Fall wird die persönliche Verletzung viel gravierender und die Freundschaft ist vielleicht ein für alle Mal ruiniert.
  • Die öffentliche Kritik am Englischunterricht könnte sogar rechtliche Folgen haben und in der Schule disziplinarische Maßnahmen nach sich ziehen. Je nach Zusammenhang könnte auch so etwas dabei heraus kommen:

    stupid-facebook-post-lost-job-2

  • Veröffentlichte Fotos erlauben besonders tiefe Einblicke in Dein Privatleben, so dass böswillige Menschen sich unter Umständen ein sehr genaues Bild davon machen können, wofür Du Dich interessierst, wo Du wohnst, wo Du zur Schule gehst etc. All das möchte man sicherlich nicht jedem x-beliebigen Menschen zugänglich machen.

Dieses Video bringt die Risiken schön auf den Punkt.

Was gibt es zu beachten?

  1. Persönlichkeitsrechte wahren — Jeder Mensch hat gesetzlich geschützte Persönlichkeitsrechte. Dieser Beitrag bei iRights erklärt, worin diese bestehen und worauf man achten muss. Urheber- und Persönlichkeitsrechte in sozialen Netzwerken
  2. Datensparsamkeit — Grundsätzlich sollte man sich fragen, welche persönlichen Daten man mit der Welt teilen möchte und welche nicht. Gerade wenn man erst anfängt zu bloggen, sollte man lieber etwas “zu anonym” vorgehen als zu persönlich.

    Man kann zum Beispiel über Erlebnisse reflektieren (was bedeutet das?), ohne die Namen der Beteiligten zu nennen. Außerdem kann man den eigenen Namen und Orte an denen sich beschriebene Erlebnisse abgespielt haben durch allgemeine Wörter ersetzen (z.B. “in der Stadt” anstatt “in Müllheim”).

    Mit der Zeit erarbeitet man sich etwas mehr Hintergrundwissen über die “Verhältnisse” im Netz und kann dann auch besser einschätzen, welche persönlichen Einblicke man gewähren möchte und welche nicht. Für den Anfang ist es empfehlenswert, mit konkreten Daten zurückhaltend zu sein.

    (Das Gleiche gilt übrigens auch für social networks wie SchülerVZ oder Facebook. Dieser Artikel in der ZEIT thematisiert die Preisgabe von Daten in sozialen Netzwerken: Ein Schatz für Werbekunden. Bei einem Blog ist die Situation etwas anders, weil man üblicherweise nicht so viele Einzelheiten von sich einträgt wie z.B. im SchülerVZ, dennoch existieren die dort angesprochenen Risiken in ähnlicher Weise.)

  3. Urheberrecht — Wann immer man etwas postet, das man nicht selbst geschrieben, fotografiert oder gefilmt hat, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man das Urheberrecht verletzt. (Und bei den selbst fotografierten und gefilmten Inhalten ist das oben genannte Persönlichkeitsrecht evtl. abgebildeter Personen zu beachten). Worauf es beim Urheberrecht ankommt, erklärt die Website iRights. (Der oben bereits angegeben Beitrag liefert eine gute Einführung.)

Fazit

Bloggen kann viel Freude machen, wenn man Texte bewusst schreibt und diese mit Bedacht veröffentlicht. Dann kann das Schreiben die eigenen Gedanken klarer ausformen und im Austausch mit Lesern können wertvolle Diskussionen entstehen.

Der Grundsatz Think before you post hilft, dass man nichts veröffentlicht, was man später bereuen muss.

Was ist eigentlich ein Blog?

Wikipedia sagt:

Der oder das Blog [blɔg] oder auch Weblog [ˈwɛb.lɔg], engl. [ˈwɛblɒg], Wortkreuzung aus engl. Web und Log für Logbuch, ist ein auf einer Website geführtes und damit meist öffentlich einsehbares Tagebuch oder Journal, in dem mindestens eine Person, der Web-Logger, kurz Blogger genannt, Aufzeichnungen führt, Sachverhalte protokolliert (‘postet’) oder Gedanken niederschreibt.

Häufig ist ein Blog eine lange, chronologisch abwärts sortierte Liste von Einträgen, die in bestimmten Abständen umbrochen wird. Der Blogger steht als wesentlicher Autor über dem Inhalt, und häufig sind die Beiträge aus der Ich-Perspektive geschrieben. Das Blog bildet ein für Autor und Leser einfach zu handhabendes Medium zur Darstellung von Aspekten des eigenen Lebens und von Meinungen zu spezifischen Themen, je nach Professionalität bis in die Nähe einer Internet-Zeitung. Oft sind auch Kommentare oder Diskussionen der Leser über einen Artikel zulässig. Damit kann das Medium sowohl dem Ablegen von Notizen in einem Zettelkasten, dem Zugänglichmachen von Informationen, Gedanken und Erfahrungen, etwas untergeordnet auch der Kommunikation dienen, ähnlich einem Internetforum.

Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als Bloggen bezeichnet. Die Deutsche Nationalbibliothek bezeichnet Blogs als Internetpublikationen und vergibt seit Herbst 2013 auch ISSNs an Weblogs. Die Begriffe „Blog“, „Blogger“, „Bloggerin“ und „bloggen“ haben in den allgemeinen Sprachgebrauch Eingang gefunden und sind in Duden und Wahrig eingetragen.

Seite „Blog“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 4. November 2014, 06:53 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Blog&oldid=135503653 (Abgerufen: 11. November 2014, 10:50 UTC)


Gleiches Video mit deutschem Text.