{"id":64,"date":"2015-08-24T23:09:31","date_gmt":"2015-08-24T21:09:31","guid":{"rendered":"http:\/\/medienpraxisabend.de\/?page_id=64"},"modified":"2015-08-24T23:09:31","modified_gmt":"2015-08-24T21:09:31","slug":"konzept","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/edublog.me\/mpa\/konzept\/","title":{"rendered":"Konzept"},"content":{"rendered":"<div class=\"alignright\">[toc]<\/div>\n<h1>Ausgangssituation<\/h1>\n<p>(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.mpfs.de\/fileadmin\/KIM-pdf14\/KIM14.pdf\">KIM Studie 2014<\/a>)<\/p>\n<ul>\n<ul>\n<li>Die Internetnutzung bei Kindern ist in deutschen Haushalten ist eher rezeptiv gepr\u00e4gt. (KIM Studie 2014, S.35), In Bezug auf die Nutzung mobiler Endger\u00e4te zeichnet sich ein \u00e4hnliches Bild ab (KIM Studie 2014, S.44)<\/li>\n<li>Je j\u00fcnger die Kinder um so mehr ist der Fernseher das \u00fcberwiegend genutzte Medium bei Kindern. Bei Grunschulkindern (zwischen 6 und 9) misst die KIM Studie 2014 eine Medienbindung zum Fernsehen (Kinder werden danach gefragt, auf welches Medium sie am wenigsten verzichten k\u00f6nnen) von bis zu 80 % (6-7 Jahren) und 72% aller Kinder zwischen 8 und 9 k\u00f6nnen nicht auf das Fernsehen verzichten.<\/li>\n<\/ul>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/edublog.me\/mpa\/files\/2015\/08\/kim.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-198\" src=\"http:\/\/edublog.me\/mpa\/files\/2015\/08\/kim-247x300.jpg\" alt=\"kim\" width=\"247\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/edublog.me\/mpa\/files\/2015\/08\/kim-247x300.jpg 247w, https:\/\/edublog.me\/mpa\/files\/2015\/08\/kim-768x935.jpg 768w, https:\/\/edublog.me\/mpa\/files\/2015\/08\/kim-842x1024.jpg 842w, https:\/\/edublog.me\/mpa\/files\/2015\/08\/kim.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 247px) 100vw, 247px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li>Das Handy oder Smartphone der Eltern ist in 98 % aller Haushalte zugegen. Ein Tablet wird in 19% aller befragten Haushalte gez\u00e4hlt (KIM Studie, S.8). Die Kinder nutzen Tablets vornehmlich, um zu spielen oder Filme zu schauen (KIM Studie 2014, S.43).<\/li>\n<li>Die Eltern sind bei der Nutzung der digitalen Medien wie f\u00fcr alle anderen Lebensbereiche auch, die wichtigsten Vorbilder der Kinder. So fand die KIM Studie 2014 beispielweise heraus, dass die mediale Pr\u00e4ferenz der Eltern sich h\u00e4ufig auf ihre Kinder \u00fcbertr\u00e4gt. (KIM Studie 2014, S.17)<\/li>\n<li>Fragt man die Haupterziehenden, sagen 81%, dass sie das Tablet nicht gerne mit ihren Kindern gemeinsam nutzen (-&gt; 63% gar nicht gerne, 18% weniger gerne) (KIM Studie 2014, S.44)<\/li>\n<li>Die Zuschreibung zu digitalen Medien sind h\u00e4ufig, trotz ihrer Allgegenwart sehr negativ bis ambivalent: &#8220;Macht Kinder zu Stubenhockern&#8221;, &#8220;Vermittelt den Eindruck vom echten Leben&#8221;, &#8220;ist wichtig f\u00fcr den Schulerfolg&#8221;, &#8220;Kinder lernen aus Medien&#8221; (KIM Studie 2014, S.64)<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Allgegenwart der digitalen Ger\u00e4te und deren Unausweichlichkeit mit zunehmendem Alter der Kinder auf der einen Seite und die h\u00e4ufig sehr negative Konnotation seitens der Eltern f\u00fchrt zu einer gro\u00dfen Unsicherheit im Umgang mit Medien im famili\u00e4ren Umfeld. Das hei\u00dft, die Eltern sind sich h\u00e4ufig sicher, dass digitale Medien ihren Kindern mehr schaden als n\u00fctzen, aber sie wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Die im Internet zu findenden Ratgeber scheinen diese Bef\u00fcrchtung zu verst\u00e4rken. Ein vielfach angewendeter Ausweg aus dem Dilemma ist deshalb die Nutzung digitaler Medien zu beschr\u00e4nken, bis ganz zu verbieten, zumindest, solange es den Kindern nicht schadet, weil sie ohne Mitgliedschaft in der WhatsApp-Gruppe ausgegrenzt werden.<\/p>\n<p>Das Dilemma hat aber noch eine weitere Dimension: Eltern sind die Vorbilder ihrer Kinder, und leben h\u00e4ufig eine falsche Mediennutzung vor. D.h. sie telefonieren w\u00e4hrend eines Gespr\u00e4chs, chatten auf WhatsApp w\u00e4hrend des Essens oder nutzen die digitalen Medien als Babysitter (Shut up Toys) f\u00fcr ihre Kinder. Das hei\u00dft, digitale Medien vereinsamen nicht, sondern, sie werden h\u00e4ufig eingesetzt, um die Kinder alleine zu lassen. Anders als Gesellschaftsspiele, die nur in Gemeinschaft gespielt werden, ist das digitale Ger\u00e4t Mittel, um Kinder alleine, meist ohne Betreuung durch die Eltern zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<h1>Ziele<\/h1>\n<ul>\n<li>Der Medienpraxisabend hat deshalb das Ziel die famili\u00e4re Mediennutzungskultur zu thematisieren und anhand praktischer Beispiele um produktive und gestalterische Aspekte zu erg\u00e4nzen.<\/li>\n<li>Die Vorbildfunktion der Eltern soll genutzt werden, um die neu zu erlernende Mediennutzung in die Familie zu transportieren. Die Eltern sollen fit gemacht werden, eine Mediennutzungskultur zu entwickeln, in der man sich nicht von den Kindern abgrenzt, sondern neugrierig und forschend miteinander agiert.<\/li>\n<li>Die Unsicherheit der Eltern soll transformiert werden in eine emanzipative Haltung, bei der sich Eltern und Kinder gemeinsam den Herausforderungen stellen.<\/li>\n<li>Eltern ebenso wie P\u00e4dagogen (Lehrkr\u00e4fte und Nachmittagsbetreuung)\u00a0sollen ins Gespr\u00e4ch kommen und ihre Unsicherheiten jenseits von Stereotypen benennen k\u00f6nnen. Erst im Konkreten kann \u00fcber den Sinn und Unsinn von digitalen Medien in Kinderh\u00e4ndern befunden werden.<\/li>\n<li>Die Schule wird dabei als Lernrort f\u00fcr die Erwachsenen, in der Hoffnung, dass sie ihre Erfahrungen mit den\/ihren Kindern teilen.<\/li>\n<li>Es ist wichtig, dass die Teilnehmenden (also Eltern und P\u00e4dagogen) ihre eigenen Ger\u00e4te mitbringen. Dort werden im Laufe des Abends die Apps installiert, mit denen dann auch zu Hause mit den Kindern die Medienprojekte umgesetzt werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Ganz nebenbei sollen die Lehrenden mit Ideen beliefert werden, digitale Medien in ihren Unterricht zu integrieren.<\/li>\n<li>Eltern und P\u00e4dagogen\u00a0sollen die Faszination kennenlernen, die von der Pr\u00e4sentation eines erstellten Produkts ausgeht. Dazu wird es wichtig sein zu verstehen, warum es manchmal wichtig sein kann, l\u00e4nger als eine halbe Stunde pro Tag mit digitalen Medien zu verbringen.<\/li>\n<li>Die pr\u00e4sentierten Beispiele sollen einfach mit den in Kinderzimmern vorliegenden M\u00f6glichkeiten umgesetzt werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Sie sollen ihren Kindern zeigen, was die digitale Welt bereith\u00e4lt und dabei nicht mit WhatsApp und anderen Gated Communities beginnen, sondern ihre Fantasie entfesseln und sichtbar machen.<\/li>\n<\/ul>\n<h1>Konzept\/Ablauf<\/h1>\n<h2>Start<\/h2>\n<p>Ein Medienpraxisabend soll fernab von Vortr\u00e4gen, Elternabenden und Beratungsangeboten geschehen. Die Organisator_innen des Elternabends ermutigen zu Beginn die Eltern und P\u00e4dagogen\u00a0die Ger\u00e4te anzufassen und gemeinsam konkrete Projekte umzusetzen. Ausser der Erkl\u00e4rung zum Ablauf des Abends und der Einf\u00fchrung an den Stationen vor Ort gibt es keinen Vortrag. Das Format will deshalb nicht mit Expert_innen arbeiten, sondern explizit, einen Austausch auf Augenh\u00f6he erm\u00f6glichen. Es ist die praktische Arbeit in Kleingruppen an den Stationen, die die Teilnehmenden in Gespr\u00e4che verwickelt und deutlich macht, dass die Erstellung eines Films oder eines H\u00f6rspiels nicht aussergew\u00f6hnlich komplex ist.<\/p>\n<h2>Die Stationen<\/h2>\n<p>Es werden mehrere Stationen vorbereitet an denen unterschiedliche Techniken\/Medien erprobt werden k\u00f6nnen. Allen Stationen ist gemein, dass dort aktiv und ergebnisorientiert gearbeitet wird. Die Techniken und Medien unterscheiden sich hierbei und, so weit m\u00f6glich, sollen die Inhalte von den Teilnehmern selbst gew\u00e4hlt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Atmosph\u00e4re soll eher einer Party als einem Vortragsabend \u00e4hneln. Gem\u00fctliche Sofaecken mit Snacks und Getr\u00e4nken bieten eine ideale Anlaufstelle f\u00fcr den informellen Austausch. An den Stationen liegt bereits vorbereitetes Material f\u00fcr verschiedene Aufgaben aus. Hier sollten m\u00f6glichst Materialien zum Einsatz kommen die in den Haushalten ohnehin zur Verf\u00fcgung stehen (z.B. Smartphone, Tablet) oder leicht zu beschaffen sind (z.B. MakeyMakey, RaspberryPi).<\/p>\n<p>Typische Stationen sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Stop-Motion Videos<\/li>\n<li>H\u00f6rspielproduktion<\/li>\n<li>Geocaching<\/li>\n<li>Basteln mit MakeyMakey und\/oder RaspberryPi)<\/li>\n<li>B\u00fcrstenroboter<\/li>\n<li>App-Contest<\/li>\n<li>&#8230;<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Abschluss<\/h2>\n<p>Ein angeschlossener, informeller Austausch und eine Reflexion haben sich bew\u00e4hrt und erm\u00f6glichen den Austausch aller Veranstaltungsteilnehmer, um zu \u00fcberlegen welche Erfahrungen und Eindr\u00fccke den Teilnehmenden besonders wichtig waren, wie ein Transfer in die Familie m\u00f6glich ist und welche Ver\u00e4nderungen an der Veranstaltung vorgenommen werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Die Bereitstellung von Begleitmaterialien sollte idealerweise bereits w\u00e4hrend der Veranstaltung zu den jeweiligen Stationen erfolgen und durch einen Bericht mit Photos, Videos und Information zu den Stationen abgerundet werden.<\/p>\n<p>Ein Medienpraxisabend dauert ca. 1,5 &#8211; 2,5 h. Der Beginn hat sich mit 19:30 Uhr als ideal erwiesen. Ein lang angek\u00fcndigter Freitag Abend erm\u00f6glicht es vielen Eltern dabei sein zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die gemeinsame Nutzung digitaler Medien erm\u00f6glicht sowohl den Eltern zu verstehen, wie ihre Kinder Medien nutzen, als auch den Kindern, ihre Eltern als positive Vorbilder bei der Nutzung digitaler Medien wahrzunehmen. Mit zunehmendem Alter der Kinder verlieren Eltern diese Vorbildfunktion (Siehe JIM Studie 2015).<\/p>\n<p>Der Ablauf eines Medien-Praxis-Abends wie er hier vorgestellt wird, soll inhaltlich und strukturell eine Vorbildfunktion f\u00fcr die gemeinsame Mediennutzung im Familienkreis haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Medienpraxisabend hat das Ziel die famili\u00e4re Mediennutzungskultur um produktive und gestalterische Aspekte zu erg\u00e4nzen und so zum reflektieren der bisherigen Medienaktivit\u00e4ten anzuregen und diese in Frage zu stellen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-64","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/edublog.me\/mpa\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/64","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/edublog.me\/mpa\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/edublog.me\/mpa\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edublog.me\/mpa\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edublog.me\/mpa\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/edublog.me\/mpa\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/64\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/edublog.me\/mpa\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}