Sprachspiele: “Von Wurst zu Platon”

Für diese Woche ein, zwei kleine Spiele. Das erste beschrieben von Umberto Eco:

“It was a little like that game where you have to go from sausage to Plato in five steps, by association of ideas. Let’s see: sausage, pig bristle, paintbrush, Mannerism, Idea, Plato. Easy. (…) There are always connections; you have only to want to find them.”
– Umberto Eco, “Foucault’s Pendulum”, p.35

“Von-Wurst-zu-Platon” hat Ähnlichkeit mit dem Spiel “Wikirace”, wird aber auch gerne in Bildforen gespielt, wo das folgende gepostete Bild zumindest ein Element des vorherigen enthalten muss.
(Hierin wieder ähnelt es den lipogrammatischen Sprachspielen wie “Schwarz-Weiss-Ja-Nein-Ich”: Die reduzierten Äußerungen in einem Medium müssen bestimmten Regeln gehorchen, sonst werden sie ausgesondert bzw. der unabsichtliche Regelbruch mit Punktabzug bestraft.)

Und jetzt ihr…!

  1. Spielt das Platon-Wurst-Spiel mit “Schach” und “Gemälde”.
  2. Wieviele angeklickte Links braucht ihr, um vom Wikipedia-Eintrag “Spiel” zum Eintrag “Kunst” zu gelangen?
  3. Und nun: Wieviele angeklickte Links braucht ihr, um von “Kunst” zurück zu “Spiel” zu kommen?;)

Und ganz etwas anders, das Bild-Assoziations-Spiel (Link zu einem Beispiel):

Wie gelangt man von hier…

http://edublog.me/spielalsmedium/files/2011/10/chessboard.jpg

zu hier (Diego Velazquez (1656), “Las Meninas”)…?

http://theoldmistressesandme.files.wordpress.com/2009/03/velazquez-las-meninas-5.jpg

Dazu eine Frage…

  • Was unterscheidet “Bild”, “Begriff”, “Text”, “Hypertext” (oder “Film”, “Audio”, “Twitter”, “Blogs”) als Spielmaterial voneinander? Mit welchen spezifischen Eigenschaften der jeweiligen Medien lässt sich spielen?

..und eine Aufgabe für euch:

  • Ihr habt ein Heftchen Streichhölzer, eine Schachtel Heftzwecken und eine Kerze. Wie bekommt ihr eine brennende Kerze sicher an eine senkrechte Pinnwand? (Das müsste man eigentlich im Realen durchspielen… 😉 )
Wey

Über Wey

My name's Wey-Han Tan, I graduated 2007 as Diplompädagoge (educational scientist) in Hamburg, and 2009 as M.A. in ePedagogy Design. Currently I work at the project "Universitätskolleg" as scientific assistant at the Faculty for Educational Sciences, Psychology and Human Movement at the University of Hamburg. My research interests are game based learning, second order gaming, media theory and (radical) constructivist approaches. I like pen-and-paper-roleplaying, especially in contemporary horror settings like "KULT" or "Call of Cthulhu".
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6 Responses to Sprachspiele: “Von Wurst zu Platon”

  1. ricarda ricarda sagt:

    Hallo!

    Ich habe das wikirace heute mal ausprobiert und habe mal 2 durchgänge für das erste Spiel gemacht

    Einmal ist daraus geworden: Spiel-World of Warcraft -Grafik-digitale Kunst-Kunst (5 clicks)

    Und das andere mal ein, wie ich finde sehr klassisches Race:

    Spiel-Gemeinschaft-Tätigkeit-Kultur-Kunst (4 clicks)

    Rückwarts sah das spiel bei mir dann so aus:

    Kunst-venedig-adel-herrschaft-chance-spiel (5 clicks)

    Soviel zum ersten spiel…
    liebe Grüße!

  2. avatar Eike sagt:

    Hi,

    also zu 1:

    Schach – Figur – König – Ahnengalerie – Gemälde

    zu 2:

    Spiel – Religion – Bildende Kunst – Kunst

    zu 3:

    Kunst – Grafik – Computergrafig – Spielekonsolen – Spiel

    zur Frage Kerze:
    Ich pinne die Schachtel an die Pinnwand. Verstärke sie mit Holz von den Streichhölzern und pinne von unten durch die Schachtel die Kerze an.

    oder

    ich kippe die senkrechte Pinnwand um und stelle die Kerze in die Schachtel und befestiege sie darin (mit einer Heftzecke) und stelle sie dann auf die Pinnwand….

    • Wey weytan sagt:

      Bingo. Gebt dem Mann eine – nein, zwei Zigarren…!

      Bei dem Kerzenbeispiel geht es um das Konzept der “Functional Fixedness”: Wir sehen Gegenstände meist nur in ihrer üblichen Funktion, wir ‘spielen’ nicht mehr mit ihren physikalischen oder semantischen Eigenschaften – wie es Kinder tun (Schachtel wird, sofern sie visuell präsentiert wird, nur als Heftzweckbehälter wahrgenommen). Die Gegentätigkeit ist ‘divergentes Denken’ und eine nützliche Fähigkeit nicht nur für Spieldesigner…

    • Wey weytan sagt:

      Zu “Schach – Figur – König – Ahnengalerie – Gemälde”:

      Leider funktioniert dieses Spiel nicht ganz so einfach – oder es wäre dann ein anderes Spiel… 😉

      Es müssen Bilder sein, die ein Bildelement des jeweils vorherigen enthalten. Also z.B. ausgehend vom Schachbrett mit den Figuren…
      zu einem Bild mit dem Tod, wie er gerade vor einem wolkenzerzausten Himmel Schach spielt… und dann weiter zu einem Künstler, der gerade einen wolkenzerzausten Himmel malt… und damit sind wir auch schon bei Velasquez “Las Meninas”, wo ein Künstler mit Pinsel in der Hand zu sehen ist…

      Deshalb die Frage nach den medialen Eigenschaften des jeweiligen Spielmaterials: Womit spielt man? Worte ‘hängen’ etwas anders zusammen als Bilder; man könnte das Spiel auch so spielen, dass nicht Gegenstände als Brücke dienen, sondern Formen. Damit hätte man die Worte ganz aus dem Spiel gebracht…

  3. Wey weytan sagt:

    Meine Rennstrecken:

    Spiel – Ästhetik – Kunst (das ging recht gut…)

    Kunst – Wechsel zu Englisch: Art – Videogame – Serious Game – Game – Wechsel zu Deutsch: Spiel (das war etwas schwieriger…)

    Ricardas Weg Kunst-Spiel ist, so kommt es mir vor, von einer leichten dramatischen Wendung geprägt (Venedig!); während Eike auf den netten Schluß Grafik-Computergrafik gekommen ist.

    Man könnte nun Preise vergeben für 1.) den kürzesten Weg, 2.) den abstrusesten Weg, 3.) den dramaturgisch am packendsten Weg, oder 4.)…?

  4. sandywagner sandywagner sagt:

    Hi,
    Das Platon-Wurst-Spiel fand ich gar nicht mal so einfach. Hab immer lange Rennstrecken gebraucht…

    Hier noch ein anderer Weg (einer meiner kürzesten :P) zu Ricardas und Eikes:

    Kunst -Theater – Pantomime- Scharade- Spiel (4 clicks)

    liebe Grüße,
    Sandy

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