Julia: Versuch einer persönlichen Definition von Spiel & Spielregeln für den Unterricht

Versuch einer persönlichen Definition von Spiel:

1. Definition: Was ist Spiel für mich?

Spiele sind für mich in erster Linie ein Mittel dazu die Kreativität anzuregen. Eine fiktive Situation in der ich eine aktive Rolle spiele, sei es als Computerspiel oder als Gesellschaftsspiel. Innerhalb gesetzter Regeln kann man so verschiede Handlungen und seine Konsequenzen austesten. Besonders wichtig ist für mich die kommunikative und interaktive Komponente des Spiels, sei es als Erfahrungsaustausch, als Kennenlernfaktor oder als Miteinander im Allgemeinen.

2. Was sind die ungeschriebenen Spielregeln in unserem alltäglichen Leben/ im Schulunterricht, …?

Spielregeln für den Unterricht sind etwa: Regelmäßige Teilnahme, Strafen (wie etwa Aussetzen/suspendiert, beurlaubt, vom Unterricht verwiesen zu werden), Mitspieler / Gegner, die als Tausch-/ Handelspartner fungieren können (etwa Hausaufgaben, Anerkennung, Hilfe etc. als Ware).
Die Lehrerrolle ist in etwa die eines Spielleiters, für den es „um nichts geht“, er kann weder gewinnen noch verlieren, sondern leitet die „Spieler“/Schüler durch das „Spiel“ indem er für die Einhaltung der Regeln sorgt und das Spiel je nach Spielern variieren kann. Der Lehrer hat das Spiel nicht erfunden. Er kann das Spiel so leiten, dass es ihm Spaß macht (und damit auch den Spaß der Spieler erhöhen) oder es als Aufgabe abhandeln ohne Variation hereinzubringen.
Die Grundspielregel für die meisten Interaktionen und Situationen im Alltag ist erstmal das „Sich-darauf-einlassen“, also mitspielen. Es geht immer darum taktisch klug die Konsequenzen seiner Handlungen im voraus zu bedenken und damit sein Leben/die Interaktion/das Spiel zu seinem Vorteil zu manipulieren. Dabei geht es im sozialen Leben oft (zumindest Vordergründig) darum nicht sich selbst sondern einem Mitmenschen zu helfen, ihn und nicht primär sich selbst glücklich zu machen. (Sei das in Beziehungen oder beim Kaufbummel mit einem Freund/einer Freundin,…)

[Ich habe Julias Text einmal als Artikel hochgeladen – ich denke, es ist praktischer, Initialbeiträge als Artikel und nicht als Kommentare zu haben. Und mein Beitrag war ja nur als Beispiel und Anregung gedacht…]

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Über Wey

My name's Wey-Han Tan, I graduated 2007 as Diplompädagoge (educational scientist) in Hamburg, and 2009 as M.A. in ePedagogy Design. Currently I work at the project "Universitätskolleg" as scientific assistant at the Faculty for Educational Sciences, Psychology and Human Movement at the University of Hamburg. My research interests are game based learning, second order gaming, media theory and (radical) constructivist approaches. I like pen-and-paper-roleplaying, especially in contemporary horror settings like "KULT" or "Call of Cthulhu".
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3 Antworten zu Julia: Versuch einer persönlichen Definition von Spiel & Spielregeln für den Unterricht

  1. Spielwunder sagt:

    Es hat auch etwas mit selbstbestimmung zu tun und keine Angst vor dem Versagen zu haben.

  2. Avatar-Foto weytan sagt:

    Eine Frage zur Klärung: Du sagst, dass für dich besonders wichtige Spielkomponenten Erfahrungsaustausch, Kennenlernfaktor oder das Miteinander im Allgemeinen sind. Finden diese drei Handlungen
    im Spiel statt (d.h. durch die von den Regeln und Narrationen geleiteten Handlungen der Mitspieler),
    parallel dazu (d.h. während des Spiels, ohne direkten Bezug dazu; das Spiel wäre prinzipiell mit einem Kneipenabend oder einer Wandertour austauschbar)
    – oder aus einer Kombination aus beidem?

    Gibt es etwas, was in bestimmten Situationen oder bei bestimmten Spielen überwiegt?
    Wenn du Bekannte zum Spielen/Kennenlernen triffst (oder eine Schulklasse zum Spielen bringen möchtest), ist dann der Erfolg des Kennenlernens und Wohlfühlens dabei abhängig vom Spiel?
    Gibt es Spiele, die bei Fremden oder bei Bekannten unterschiedlich gut als sozialer ‘Verbinder’ funktionieren? Hast du da evtl. Erfahrungen in die eine oder andere Richtung gemacht?

  3. Avatar-Foto weytan sagt:

    Ich finde die Beschreibung von Spielregeln für den Schulalltag immer besonders spannend, weil hier ja “für das Leben” gelernt werden soll, hier also der Umgang mit Regeln vermittelt wird, die auch später als Erwachsener gelten sollen, oder?
    Wie lautet die Rahmennarration, die Sinngebung von Regeln in der Schule?
    “Wenn du dich an die Regeln hältst, erringst du Anerkennung”; oder “Wenn du dich an die Regeln hältst, kannst du andere glücklich machen”?
    Gibt es unterschiedliche Regeln für Vorschule, Grundschule, weiterführende Schulen, Berufs-, Fachhoch- oder Hochschule?

    Wenn der Lehrer das Spiel nicht erfunden hat, darf er oder sie es dann variieren? Wie wird das Spiel so gestaltet, dass es ihm oder ihr Spaß macht? Woher mag der Spaß bei den Schülern herkommen?

    Tipp1: “Kapitänsaufgaben”, erklärt von Susanne Mueller-Phillip
    Tipp2: Keller und Spitzer: Two Motivational Models. (Studienmaterialordner)…

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